Seit Einführung der Praxisgebühr rumort es in Deutschlands Bevölkerung. Zehn Euro pro Quartal geht manchem Menschen im wahrsten Sinne des Wortes an die Nieren. Nun kommt der nächste Vorschlag aus der finanzstarken Politik:
Pro Artzbesuch bezahlen
Unverhohlen steckt dahinter der Versuch die Patienten von "überflüssigen" Arztbesuchen abzuhalten. Die Realität sieht noch ganz anders aus. Menschen ohne gefülltem Geldbeutel gehen nur im äussersten Notfall zum Arzt, um Geld einzusparen Praxisgebühr sowie Zuzahlung bei Medikamenten und die zunehmend aus eigener Tasche zu bezahlenden Teiluntersuchungen schrecken ab.
Das Pilotprojekt soll in Schleswig-Holstein gestartet werden. In der Region erhielten Ärzte weitaus weniger Vergütungen. Im Gegensatz zum Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent blieben die Doktores des Nordens mit 2,4 Prozent weit abgeschlagen.
Für die finanzielle Benachteiligung kann durchaus Verständnis aufgebracht werden. Allerdings wird dient das Pilotprojekt dem finanziellen Ausgleich durch die Hintertür unter Zuhilfenahme des Griffs in die Taschen der Menschen. Bleibt dieses fragwürdige Projekt ohne Reaktion der Patienten auch auf politischer Basis, muss mit einer bundesweiten Abkassier-Aktion gerechnet werden. Und welche Vorteile bzw. Vergütungen den Patienten gewährt werden, steht wie so oft in den Sternen.
Patienten sollen für jeden Arztbesuch zahlen
SHZ.de vom 20. März 2010
